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Last updateWed, 14 May 2014 12pm

Schriftwerk dokumentieren

Sie wollen Schriftwerk dokumentieren, mit denen Sie Leser motivieren oder Erzeugnise an den Mann bringen? Dann reicht es nicht, eine unbearbeitete Fassung zu notieren. Denn mit der ersten Ausgabe ist zwar ein bedeutsamer Schritt getan – die Ausarbeitung aber noch nicht zu Ende. Unter fachgerechten Schreibern gilt die Faustformel: Verwende soviel Zeit für die Überarbeitung Ihres Schriftwerkes denn für das Aufschreiben der rohen ausgabe.

Doch worauf muss man bei der Überarbeitung achten? Und was heißt „ erhebender Stil “? In erster Linie eines: Verständlichkeit. Begreiflich zu texten ist keine diffuser Mystizismus, in die nur geniale Texter eingeweiht sind. Eingängig zu schreiben ist ein Handwerk. Und die Verständlichkeitsforschung auch eine Wissenschaft. Sie liefert Angaben über bestmögliche Wort- und Satzlängen und die Augenhaltepunkte beim Lesen.

Natürlicherweise gibt es sonstige Grundvoraussetzungen für erhebenden Stil: Der Text sollte lebenskräftig sein, divers, einprägsam, eidetisch. Doch wenn Sie es begreifen, eingängig zu texten, haben Sie schon allerhand gewonnen. Wie Sie bei der Überarbeitung mit Tüchtigkeit im Stil brillieren, zeigen Ihnen folgende Empfehlungen:

1: Sofern, doch so nah

Der erste Schritt bei der Überarbeitung ist der Schritt retour. Nachdem Sie den Text fertig haben, lassen Sie ihn liegen. Wenn es die Zeit erlaubt, sollten sie mindestens eine Nacht darüber schlafen. Bauen Sie Entfernung zu Ihrem Gebilde auf. Und versuchen Sie dann, den Text mit den Augen eines anonymen Lesers zu studieren. Begreifen Sie alles? Straucheln Sie über undeutliche Behauptungen? Ist der Text erbaulich gegliedert? Werden Sie Ihr eigener Bewerter. Was akzentuiert hilft: Lesen Sie sich selbst mit lauter Klangfarbe vor.

2: Kein Stillstand, statt dessen Bewegung: Verben an die Frontlinie

In der Schule wurden sie auch Tunwörter genannt. Eine schöne Bezeichnung. Mithin wo ein Zeitwort ist, da wird etwas getan. Warum bevorteilen dann vielerlei Schreiber zum Nominalstil? Betrachten Sie Ihren Text, wo Sie den Nominalstil zugunsten eines Verbs auflösen können. Anstatt: „Die Kunstfertigkeit des augenfälligen Schreibens und eindeutigen Verfassens“ eher: „Die Kunst, begreiflich zu schreiben und verständlich zu formulieren.“

Tipp Nr.3: Die Kürze der Würze

Für die Sätze in Ihrem Schriftgut gilt: je kürzer, umso ausgereifter. Die dpa gibt ihren Berichterstatteren bestimmte Erforderlichkeiten für die Satzlänge: Als ideal augenfällig gelten 9 Wörter, 20 Wörter sind die Obergrenze des Erwünschten und 30 die Höchstgrenze des Erlaubten. Für Ihren Text besaget das: Lesen Sie sich Ihre Sätze durch. Achten Sie darauf, ob Sie Sätze entdecken, bei denen Sie zehn Erleuchtungen in einen Satz pressen. Und dann stetig der Reihe nach: Eine Inspiration. Punkt. Noch eine Erkenntnis. Punkt. Wenn Sie die Satzlänge bestimmen wollen, helfen Tools, die sie leicht im Internet finden.

4: Nicht zuviel des Guten?

Hilfszeitwort - mag einen Text im Nu gestelzt wirken lassen. Natürlich sind sie – ökonomisch eingesetzt – ein Merkmal der Höflichkeit. Dessen ungeachtet, zu viel Hilfsverben-Gefälligkeit verwässert. Bevorteilen Sie die sorgsame Überprüfung folgender 'Kandidaten': können, sollen, mögen, möchten, wollen, dürfen, würden usw.

5: Leerwörter: Korpulente Hülsen für Ihr Schriftwerk

Ebenfalls Füllwörter verwischen einen Text. Füllwörter sind echte Weichspüler: Bloß keine klare Behauptung! Gewissermaßen wollte ich an sich ja auch irgendwie doch eben doch irgendwas sagen… Goethe führte insoweit eine schwarze Tabelle mitsamt verbotenen Füllwörtern. Machen Sie die Probe: Nutzen Sie die Suchfunktion der Textverarbeitung; scannen Sie Ihren Text auf Füllwörter. Streichen Sie die Füllwörter. Stehen Sie dadurch noch hinter Ihrer Aussage?

6: Doppelte Dementierung: Sagen Sie Ja – und absolut nicht kein Nein

Grundsätzlich sollten Sie beständig positive Formulierungen entdecken. Analyseen konstatieren, dass 48 % der Leser mehr Zeit bedürfen, um einen verweigernden Satz zu begreifen. Die doppelte Negation ist ein Unglücksfall: „Eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung, die in der Erwartung abgegeben wird, der Mangel der Ernstlichkeit werde nicht verkannt werden, ist nichtig“ (§118 BGB). Alles fürwahr? Berücksichtigen Sie folglich auf alle kein, nicht, nie, ohne – und in Abrede stellende Vorsilben wie a-, des-, un-, gegen- usw.   

Tipp Nr.7: Achtsamkeit bei extravagantem Fachbegriff i: Unterbinden Sie Fremdwörter

In Fachbereichstexten mögen Fremdwörter ihre Berechtigung haben. In Business- oder Nutzungstexten sollten sie vermieden werden. Die Begebenheit von Missverständnissen ist hoch. Ebenso lassen Sie mit einem Fremdwort jeden Leser dumm dastehen, der es nicht kennt. Damit erreichen Sie nur, dass der Leser den Text beiseite legt. Also: Suchen Sie für jedes Fremdwort, das Sie in Ihrem Text begegnen, eine deutsche Entsprechung. Denn je näher das Wort am gewöhnlichen Sprachgebrauch, umso munter er der Text.

8: Interpunktionszeichen: Gebärde und Mimik der Sprache

Stellen Sie Ihrem Leser öfter mal eine Frage? Zeigen Sie doch Freude! Oder deuten Sie trotzdem unbestimmt an… Logischerweise können Sie auch – wie ich das diesfalls gerade tue – einen zweiten Gedanken einbeziehen. Oder Sie machen es so: Sie kündigen irgendetwas an. Für all das gibt es Zeichen. Doch die meisten Dichter instrumentalisieren nur Punkt und Komma. Damit lassen Frage- und Rufzeichen, Gedankenstriche und Doppelpunkt einen Text zu einem lebenskräftigen Gesprächspartner werden, der mit eindrucksvollen Gesten und faszinierender Mimik den Gegenstand auf den Leser überträgt. So wird das Lesen zu einem eindringlichen Informationsaustausch. Es macht einfach Vergnügen!