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Wed12112019

Last updateWed, 14 May 2014 12pm

Umwelt des Vorschulkindes - Weltanschauung

Die Weltanschauung des Vorschulkindes differiert gravierend von dem Weltverständnis des Erwachsenen. Das Kind hat einen geringen Übungsschatz und kann bislang nicht methodisch denken. Als einzigen Wechselbeziehungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Gefühle und Erlebnisse;

die Dinge aus Distanz sehen, sie werturteilsfrei aufnehmen, kann es noch nicht.

Infolge dessen nimmt es an, daß ebendiese mit denselben Spezifika und Eignungen ausgerüstet sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die leblose Welt wird vermenschlicht, sie ist nichts vom Menschen Abgekoppeltes. Anreiz und Wirkung können in ihrer Relation noch nicht gesehen werden (mangelndes Ursachendenken). Auf die Fragestellung 'warum?' gibt es für das kleine Kind lediglich die Erfüllung einer Perspektive (Finalismus).

Alles hat seine rundweg bestimmte Aufgabe in der Weltanschauung des Kindes. Das Denken des Kindes ist metaphysisch. Vorkommnisse werden aufgrund geheimer Kräfte und höherer Mächte bewirkt. Folglich entsteht eine Weltauffassung glaubend an die phantastischen Gestalten der Kinderstube und der Fabelgeschichten.

Das Denken ist darüber hinaus prälogisch und wahrnehmungsgebunden. Es kann keineswegs abgeleitet und generalisiert, und ein Verlauf kann nicht als reversibel vorgestellt, werden. Das Begriffsvermögen für Variationen fehlt oftmals bzw. die Abschätzung von Variationen ist exklusiv an die Rezeption gebunden.

Egozentrismus und Anthropomorphismus entfachen eine starke emotionelle Besetzung der Umwelt. Affirmative und negative Gefühle und Erlebnisse verbinden sich mit Personen, Gegenständen und Orten, welche allein akzidentellen Zusammenhang mit den Vorkommnissen haben (physiognomische Auffassung der Umgebung).

Emotionelle Konditionierungen in diesem Lebensalter können die Grundsätzliche Einstellung des Kindes zu seiner Umwelt maßgeblich verändern.

Der Kulminationspunkt der kleinkindhaften Weltauffassung fällt ins 4. Lebensjahr und wird dann mit der Zeit abgebaut. Der gewichtige Schritt zur Minderung der magischen Weltauffassung ist die Entdeckung der Prämisse der Eigenbewegung alles Lebendigen.

Leblosen Dingen werden nunmehrig keine menschlichen Eigenschaften mehr zugeschrieben, das Denken wird laufend realistischer. Ungefähr Ende der Vorschulzeit beginnen sich Erfahrung und Denken zusammen zu decken und die Generalisierung von Einzelpraxis wird möglich.