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Tue06272017

Last updateWed, 14 May 2014 12pm

Egozentrismus und Anthropomorphismus - Vorschulkind

Die Weltanschauung des Vorschulkindes divergiert grundlegend von dem Weltbewusstsein des Erwachsenen. Das Kind hat einen kleinen Praxisschatz und mag bislang nicht kohärent denken. Als alleinigen Interaktionspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Gefühle und Erfahrungen;

die Dinge aus Abstand sehen, sie objektiv aufnehmen, kann es noch nicht.

Aufgrund dessen nimmt es an, daß diese mit denselben Spezifika und Tauglichkeiten ausgerüstet sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die unbelebte Welt wird menschlich gemacht, sie ist nichts vom Menschen Losgelöstes. Anstoß und Wirkung können in ihrer Verbindung bislang keinesfalls gesehen werden (ausbleibendes Kausalempfinden). Auf die Frage 'warum?' gibt es für das kleine Kind allein die Vollziehung einer Perspektive (Finalismus).

Alles hat seine vollständig bestimmte Perspektive in der Weltanschauung des Kindes. Das Denken des Kindes ist transzendent. Geschehnisse werden vermittels geheimer Kräfte und höherer Mächte bewirkt. Aus diesem Grund entsteht eine Weltanschauung glaubend an die magischen Gestalten der Kinderstube und der Märchengeschichten.

Das Denken ist obendrein prälogisch und wahrnehmungsgebunden. Es kann keineswegs abstrahiert und generalisiert, und ein Prozess kann nicht als invertierbar vorgestellt, werden. Das Bewusstsein für Dynamiken fehlt oft bzw. die Bewertung von Modifikationen ist einzig an die Rezeption gebunden.

Egozentrismus und Anthropomorphismus erzeugen eine starke gefühlsmäßige Besetzung der Umgebung. Affirmative und ungünstige Emotionen und Erfahrungen kombinieren sich mit Menschen, Gegenständen und Orten, welche lediglich zufälligen Relation mit den Vorkommnissen haben (physiognomische Auffassung der Umgebung).

Emotionale Programmierungen in diesem Lebensalter mögen die Grundhaltung des Kindes zu seiner Umgebung entscheidend beeinflussen.

Der Gipfelpunkt der kleinkindhaften Weltauffassung fällt ins 4. Lebensjahr und wird dann schrittweise abgebaut. Der bedeutsame Schritt zur Degression der magischen Weltanschauung ist die Entdeckung der Grundannahme der Eigenbewegung alles Lebenden.

Unbelebten Dingen werden nunmehrig keine menschlichen Kennzeichen mehr zugeschrieben, das Denken wird unentwegt realistischer. Etwa Ende der Vorschulzeit beginnen sich Übung und Denken zusammen zu decken und die Generalisierung von Einzelerleben wird realisierbar.